Grundlagen

Kunstturnen verstehen

Alles, was du über Kunstturnen wissen musst – verständlich erklärt.

Die vier Geräte im Kunstturnen

Selbstbewusstein hat einen Namen: Turnerin

Sprung (VT)

Explosiver Anlauf, perfektes Timing, ein Moment völliger Schwerelosigkeit.
Hier treffen Geschwindigkeit und Kraft auf absolute Kontrolle.

Barren (UB)

Schwingen, lösen, fliegen, wieder greifen. Der Stufenbarren verlangt Kraft, Rhythmusgefühl und ein feines Gespür für den eigenen Körper im Raum.

Balken (BB)

Balance, Haltung und mentale Stärke auf nur zehn Zentimetern. Der Balken ist leise, kompromisslos – und fordert mehr als jedes andere Gerät den Kopf.

Boden (FX)

Akrobatik trifft Eleganz. Am Boden wird Turnen zur Bühne – Sprünge, Drehungen und Tanz verschmelzen zu einer Kür voller Persönlichkeit und Präsenz.

Einstieg

Wertungen im Kunstturnen –
Code de Pointage (CdP)
einfach erklärt

Kampfrichter bewerten jede Übung auf Grundlage des Code de Pointage.
Sie erfassen die Schwierigkeit (D-Wert), beurteilen die Ausführung (E-Wert) und berücksichtigen Abzüge für Fehler – daraus entsteht das Endresultat.

Struktur

Wie Kunstturnen aufgebaut ist

Jede Disziplin folgt klaren Regeln und Strukturen.

Elemente

Nicht alles ist erlaubt

Turnerinnen dürfen nicht frei wählen, was sie zeigen.
Der Code de Pointage legt verbindlich fest, welche Elemente gültig sind. Für jedes Element sind technische Anforderungen, Ausführungsmerkmale und Schwierigkeitswerte exakt definiert.

Schwierigkeit

A bis J: Anspruch hat Stufen

Jedes Element besitzt einen festgelegten Schwierigkeitsgrad.
Die Skala reicht von A (leicht) bis J (extrem schwer). Je höher die Schwierigkeit, desto größer der Beitrag zum D-Wert – und desto höher das mögliche Endresultat.

Regelwerk

Der Code lebt im
olympischen Zyklus

Der Code de Pointage wird regelmäßig überarbeitet.
In der Regel geschieht dies im Vierjahresrhythmus nach den Olympischen Spielen. Schwierigkeitswerte können sich ändern, Elemente werden angepasst, gestrichen oder neu aufgenommen.

Innovation

Neue Elemente
schreiben Geschichte

Neue Elemente entstehen nicht zufällig.
Turnerinnen reichen sie offiziell ein und müssen sie bei internationalen FIG-Wettkämpfen erfolgreich zeigen. Erst dann werden sie anerkannt – und häufig nach der Turnerin benannt, die sie erstmals präsentiert.

FAQ – Kampfgericht & Wertungen im Kunstturnen

Was Kampfrichter sehen, wie Bewertungen entstehen und
warum Zahlen manchmal überraschen.

Wann beginnt eine Übung offiziell?

Eine Übung beginnt nicht zufällig.
Erst wenn die Kampfrichterin das Startsignal gibt – sichtbar durch das grüne Fähnchen – darf die Turnerin beginnen. Die Turnerin meldet sich an und signalisiert ihre Bereitschaft zur Übung.

Was bedeutet die „Anmeldung“ vor einer Übung?

Vor Beginn signalisiert die Turnerin ihre Bereitschaft.
Durch eine klar erkennbare Körperhaltung zeigt sie dem Kampfgericht, dass die Übung startet. Erst ab diesem Moment beginnt die Bewertung.

Wie setzt sich ein Kampfgericht zusammen?

Ein Kampfgericht besteht aus mehreren spezialisierten Kampfrichtern.
Das D-Panel bewertet Schwierigkeit und erkennt Elemente sowie Verbindungen. Das E-Panel beurteilt die Ausführung und vergibt Abzüge. Diese Trennung sorgt für Präzision und Objektivität.

Wer bewertet eigentlich was?

Nicht alle Kampfrichter schauen auf dasselbe.
Das D-Panel ermittelt die Schwierigkeit der Übung. Das E-Panel bewertet die technische Qualität und zieht Abzüge für Fehler ab. Erst das Zusammenspiel ergibt die finale Wertung.

Wie können sich Kampfrichter eine komplette Übung merken?

Kampfrichter arbeiten mit einem standardisierten Notationssystem.
Elemente, Fehler und Abzüge werden während der Übung unmittelbar dokumentiert. Bewertung ist keine Erinnerung – sondern präzise Echtzeit-Analyse.

Warum werden am Boden Fähnchen gehoben?

Die Bodenfläche ist exakt begrenzt.
Verlässt eine Turnerin die Fläche, wird dies durch Linienrichter signalisiert. Ein Übertritt führt zu einem neutralen Punktabzug – unabhängig von Schwierigkeit und Ausführung.

Was bedeutet die Zahl auf der Anzeigetafel am Sprung?

Beim Sprung steht die Schwierigkeit bereits fest.
Jeder Sprung besitzt einen vorgegebenen Wert im Code de Pointage.
Bewertet wird anschließend ausschließlich die Ausführung.

Warum kann eine scheinbar perfekte Übung Punkte verlieren?

Im Kunstturnen entscheiden Details.
Kleine Haltungsabweichungen, minimale Schritte oder leichte Unsicherheiten führen zu Abzügen. Perfektion ist messbar – und Abweichungen ebenfalls.

Warum gewinnen nicht immer die saubersten Übungen?

Schwierigkeit verändert die Bewertung.
Eine sehr anspruchsvolle Übung mit kleinen Fehlern kann höher bewertet werden als eine einfache, nahezu fehlerfreie Darbietung. Risiko und Präzision stehen ständig im Spannungsfeld.

Ist Bewertung im Kunstturnen subjektiv?

Bewertung folgt festen Regeln.
Der Code de Pointage definiert exakt, welche Kriterien gelten und welche Abzüge vorgenommen werden. Kampfrichter wenden diese Regeln an – nicht persönliche Meinungen.

Insider-Einblicke in
Kunstturnen Deutschland

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