World Challenge Cup · Kunstturnen der Frauen

Szombathely 2026

18.–20. September 2026 Aréna Savaria, Szombathely

Archivbild: Flávia Saraiva aus Brasilien jubelt im pinken Turnanzug mit erhobenen Armen bei der Weltmeisterschaft 2025 in Jakarta
Archivbild: Flávia Saraiva (Brasilien) bei der Weltmeisterschaft 2025 in Jakarta. In Szombathely gewann sie Gold am Stufenbarren und am Schwebebalken sowie Silber am Boden. Foto: IMAGO / IPA Sport

Flávia Saraiva war die Turnerin des Wochenendes in Szombathely: Gold am Stufenbarren, Gold am Schwebebalken, Silber am Boden. Rebeca Andrade, für Sprung und Balken gemeldet, turnte nur den Balken und wurde dort Zweite hinter ihrer Teamkollegin – mit der schwierigsten Übung des Finales und einem großen Wackler. Die übrigen Titel gingen an die Ungarin Greta Mayer am Sprung und an Dulcy Caylor aus den USA am Boden. Vier Wochen vor der Weltmeisterschaft in Rotterdam war der Challenge Cup für viele Turnerinnen der letzte Test unter Wettkampfbedingungen.

Ergebnisse · 19. und 20. September 2026

Die vier Entscheidungen

Drei der vier Finals zeigen wir als Wertungsgrafik: Nach links schlägt die Schwierigkeit aus, nach rechts die Ausführung. So wird sichtbar, dass die schwierigste Übung nicht automatisch gewinnt.

Sprung

Samstag, 19. September 2026

Heimsieg für Ungarn: Greta Mayer gewann mit 33 Tausendsteln Vorsprung auf Emily Roper. Am Sprung zählt der Durchschnitt aus zwei Sprüngen. Rebeca Andrade war gemeldet, trat am Sprung aber nicht an.

  1. 1Greta Mayer HUN13,516
  2. 2Emily Roper GBR13,483
  3. 3Patricie Makovičková CZE13,033
  4. 4Tatum Drusch USA13,016
  5. 5Abigail Roper GBR12,900
  6. 6Dulcy Caylor USA12,866
  7. 7Sofiya Razumouskaya POL12,816
  8. 8Anastasiia Lev UKR12,766

Stufenbarren

Samstag, 19. September 2026

Lili Czifra brachte mit 6,2 die schwierigste Übung des Finales mit, stürzte aber am Shang und wurde Sechste. Flávia Saraiva gewann mit der besten Ausführung des Finales und 66 Tausendsteln Vorsprung auf Tatum Drusch.

  1. 5,6
    1
    Flávia Saraiva BRA13,366
    7,766
  2. 5,7
    2
    Tatum Drusch USA13,300
    7,600
  3. 5,5
    3
    Barbora Kundrát SVK13,233
    7,733
  4. 5,5
    4
    Lorrane Oliveira BRA13,166
    7,666
  5. 5,4
    5
    Céleste Mordenti LUX13,133
    7,733
  6. 6,2
    6
    Lili Czifra HUN13,000
    6,800
  7. 5,4
    7
    Kristina Hrudetska UKR12,633
    7,233
  8. 1,533 Punkte Abstand
  9. 5,0
    8
    Anastasiia Lev UKR11,100
    6,100

Schwebebalken

Sonntag, 20. September 2026

Rebeca Andrade turnte mit 6,1 die schwierigste Übung des Finales, rettete nach der Flickflack-Salto-Verbindung einen großen Wackler und wurde Zweite. Flávia Saraiva gewann mit zwei Zehnteln weniger Schwierigkeit über die Ausführung.

  1. 5,9
    1
    Flávia Saraiva BRA13,766
    7,866
  2. 6,1
    2
    Rebeca Andrade BRA13,600
    7,500
  3. 0,734 Punkte Abstand
  4. 4,9
    3
    Emily Roper GBR12,866
    7,966
  5. 5,6
    4
    Dulcy Caylor USA12,633 −0,1 ND
    7,133
  6. 5,5
    5
    Greta Mayer HUN12,300
    6,800
  7. 5,6
    6
    Tatum Drusch USA11,833
    6,233
  8. 5,6
    7
    Marianna Kiniuk UKR11,733
    6,133
  9. 1,667 Punkte Abstand
  10. 8
    Maria Drobniak POL10,066
    D- und E-Note liegen uns noch nicht vor

Boden

Sonntag, 20. September 2026

Hier entschied die Schwierigkeit: Dulcy Caylor turnte einen halben Punkt mehr D-Wert als Flávia Saraiva und rettete davon 33 Tausendstel ins Ziel, obwohl Saraiva die mit Abstand sauberste Übung des Finales zeigte.

  1. 5,8
    1
    Dulcy Caylor USA13,466
    7,666
  2. 5,3
    2
    Flávia Saraiva BRA13,433
    8,133
  3. 5,5
    3
    Lorrane Oliveira BRA12,933 −0,2 ND
    7,633
  4. 5,3
    4
    Tatum Drusch USA12,733 −0,3 ND
    7,733
  5. 5
    Shanna-Kae Grant GBR12,600
    D- und E-Note liegen uns noch nicht vor
  6. 5,2
    6
    Antea Sikic Kaucic CRO12,600
    7,400
  7. 5,0
    7
    Anastasiia Lev UKR12,166
    7,166
  8. 5,1
    8
    Greta Mayer HUN12,066 −0,6 ND
    7,566

Die Balken beginnen nicht bei null: Die Skala setzt knapp unter dem kleinsten Wert des jeweiligen Finales an, damit die Unterschiede sichtbar werden. D- und E-Skala sind getrennt berechnet, die Balkenlängen verschiedener Finals sind deshalb nicht miteinander vergleichbar. Endnote = D-Note + E-Note, abzüglich neutraler Abzüge (ND).

So lief das Wochenende

  • Fr, 18.09.2026

    Qualifikation

    Alle Turnerinnen turnten an den Geräten, für die sie gemeldet waren. Die besten acht je Gerät erreichten das Finale.

  • Sa, 19.09.2026

    Finals Sprung und Stufenbarren

    Die Qualifikationsnoten wurden gestrichen, im Finale zählte allein die neue Übung.

  • So, 20.09.2026

    Finals Schwebebalken und Boden

    Der zweite Finaltag mit dem brasilianischen Doppelsieg am Balken.

Wofür ein Challenge Cup zählt – und wofür nicht

Der Weltverband führt zwei Serien nebeneinander, und nur eine davon vergibt Startplätze.

  • Weltcup-Serie: die Gerätewettkämpfe des Frühjahrs, 2026 in Cottbus, Baku, Antalya, Kairo und Osijek. Wer am Ende der Serie zu den besten acht an einem Gerät gehört, kann sich damit für die Weltmeisterschaft qualifizieren – bis zu 32 Plätze bei den Frauen. Nach demselben Muster werden im Frühjahr 2028 acht Einzelstartplätze für die Olympischen Spiele vergeben.
  • Challenge-Cup-Serie: die zweite Reihe, 2026 in Warna, Taschkent, Koper, Szombathely und zum Abschluss in Paris. Hier gibt es Seriensiege am einzelnen Gerät, Ranglistenpunkte und Preisgeld. Startplätze werden nicht vergeben.

In Szombathely war also kein Startplatz zu gewinnen, weder für Rotterdam noch für Los Angeles. Wer hier turnte, sammelte Wettkampfpraxis und Ranglistenpunkte – und testete vier Wochen vor der Weltmeisterschaft eine neue Übung unter Wettkampfbedingungen.

Warum keine Deutsche startete

In der nominativen Meldeliste vom 19. August stand keine deutsche Turnerin. Für den Deutschen Turner-Bund liegt der September zwischen zwei anderen Terminen: der Bundesliga, die am 26. September in Ketsch ihren dritten Wettkampftag turnt, und der Weltmeisterschaft ab dem 17. Oktober in Rotterdam.

Aus dem deutschsprachigen Raum war trotzdem jemand gemeldet. Österreich nannte mit Collien Moerz, Katharina Gschiel und Selina Kickinger drei Turnerinnen.

Zur Weltmeisterschaft in Rotterdam →

Meldeliste · Stand 19. August 2026

Wer in Szombathely gemeldet war

52 Turnerinnen aus 19 Ländern waren gemeldet. Dreh am Rad, um die Meldungen eines Landes zu sehen.

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Die Angaben nennen die gemeldeten Geräte, nicht die tatsächlichen Starts. Hors Concours bedeutet: außer Konkurrenz, ohne Anspruch auf einen Finalplatz. Nachgemeldet heißt: nach der Meldeliste des Weltverbands vom 19. August benannt, Geräte dort noch nicht ausgewiesen.

Als Nächstes: Paris

Am 26. und 27. September schließt der letzte Challenge Cup der Saison die Serie in der Accor Arena ab – dort, wo 2024 die olympischen Gerätefinals geturnt wurden.

Halle, Ergebnisse, Anreise

Die Halle

Aréna Savaria
Szombathely, Ungarn

Seit Jahren fester Austragungsort des ungarischen Challenge Cups.

Offizielle Ergebnisse

Die vollständigen Ergebnisprotokolle mit allen Einzelwerten veröffentlicht der Weltverband auf seiner Eventseite.

Zur Eventseite von World Gymnastics →

Anreise

Szombathely liegt rund 120 Kilometer südlich von Wien, direkt hinter der österreichischen Grenze.

Mit dem Zug ab Wien Hauptbahnhof gut zwei Stunden, mit dem Auto knapp anderthalb.