Szombathely 2026
Flávia Saraiva war die Turnerin des Wochenendes in Szombathely: Gold am Stufenbarren, Gold am Schwebebalken, Silber am Boden. Rebeca Andrade, für Sprung und Balken gemeldet, turnte nur den Balken und wurde dort Zweite hinter ihrer Teamkollegin – mit der schwierigsten Übung des Finales und einem großen Wackler. Die übrigen Titel gingen an die Ungarin Greta Mayer am Sprung und an Dulcy Caylor aus den USA am Boden. Vier Wochen vor der Weltmeisterschaft in Rotterdam war der Challenge Cup für viele Turnerinnen der letzte Test unter Wettkampfbedingungen.
Die vier Entscheidungen
Drei der vier Finals zeigen wir als Wertungsgrafik: Nach links schlägt die Schwierigkeit aus, nach rechts die Ausführung. So wird sichtbar, dass die schwierigste Übung nicht automatisch gewinnt.
Sprung
Samstag, 19. September 2026Heimsieg für Ungarn: Greta Mayer gewann mit 33 Tausendsteln Vorsprung auf Emily Roper. Am Sprung zählt der Durchschnitt aus zwei Sprüngen. Rebeca Andrade war gemeldet, trat am Sprung aber nicht an.
- 1Greta Mayer HUN13,516
- 2Emily Roper GBR13,483
- 3Patricie Makovičková CZE13,033
- 4Tatum Drusch USA13,016
- 5Abigail Roper GBR12,900
- 6Dulcy Caylor USA12,866
- 7Sofiya Razumouskaya POL12,816
- 8Anastasiia Lev UKR12,766
Stufenbarren
Samstag, 19. September 2026Lili Czifra brachte mit 6,2 die schwierigste Übung des Finales mit, stürzte aber am Shang und wurde Sechste. Flávia Saraiva gewann mit der besten Ausführung des Finales und 66 Tausendsteln Vorsprung auf Tatum Drusch.
- 5,61Flávia Saraiva BRA13,3667,766
- 5,72Tatum Drusch USA13,3007,600
- 5,53Barbora Kundrát SVK13,2337,733
- 5,54Lorrane Oliveira BRA13,1667,666
- 5,45Céleste Mordenti LUX13,1337,733
- 6,26Lili Czifra HUN13,0006,800
- 5,47Kristina Hrudetska UKR12,6337,233
- 1,533 Punkte Abstand
- 5,08Anastasiia Lev UKR11,1006,100
Schwebebalken
Sonntag, 20. September 2026Rebeca Andrade turnte mit 6,1 die schwierigste Übung des Finales, rettete nach der Flickflack-Salto-Verbindung einen großen Wackler und wurde Zweite. Flávia Saraiva gewann mit zwei Zehnteln weniger Schwierigkeit über die Ausführung.
- 5,91Flávia Saraiva BRA13,7667,866
- 6,12Rebeca Andrade BRA13,6007,500
- 0,734 Punkte Abstand
- 4,93Emily Roper GBR12,8667,966
- 5,64Dulcy Caylor USA12,633 −0,1 ND7,133
- 5,55Greta Mayer HUN12,3006,800
- 5,66Tatum Drusch USA11,8336,233
- 5,67Marianna Kiniuk UKR11,7336,133
- 1,667 Punkte Abstand
- 8Maria Drobniak POL10,066D- und E-Note liegen uns noch nicht vor
Boden
Sonntag, 20. September 2026Hier entschied die Schwierigkeit: Dulcy Caylor turnte einen halben Punkt mehr D-Wert als Flávia Saraiva und rettete davon 33 Tausendstel ins Ziel, obwohl Saraiva die mit Abstand sauberste Übung des Finales zeigte.
- 5,81Dulcy Caylor USA13,4667,666
- 5,32Flávia Saraiva BRA13,4338,133
- 5,53Lorrane Oliveira BRA12,933 −0,2 ND7,633
- 5,34Tatum Drusch USA12,733 −0,3 ND7,733
- 5Shanna-Kae Grant GBR12,600D- und E-Note liegen uns noch nicht vor
- 5,26Antea Sikic Kaucic CRO12,6007,400
- 5,07Anastasiia Lev UKR12,1667,166
- 5,18Greta Mayer HUN12,066 −0,6 ND7,566
Die Balken beginnen nicht bei null: Die Skala setzt knapp unter dem kleinsten Wert des jeweiligen Finales an, damit die Unterschiede sichtbar werden. D- und E-Skala sind getrennt berechnet, die Balkenlängen verschiedener Finals sind deshalb nicht miteinander vergleichbar. Endnote = D-Note + E-Note, abzüglich neutraler Abzüge (ND).
So lief das Wochenende
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Fr, 18.09.2026
Qualifikation
Alle Turnerinnen turnten an den Geräten, für die sie gemeldet waren. Die besten acht je Gerät erreichten das Finale.
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Sa, 19.09.2026
Finals Sprung und Stufenbarren
Die Qualifikationsnoten wurden gestrichen, im Finale zählte allein die neue Übung.
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So, 20.09.2026
Finals Schwebebalken und Boden
Der zweite Finaltag mit dem brasilianischen Doppelsieg am Balken.
Wofür ein Challenge Cup zählt – und wofür nicht
Der Weltverband führt zwei Serien nebeneinander, und nur eine davon vergibt Startplätze.
- Weltcup-Serie: die Gerätewettkämpfe des Frühjahrs, 2026 in Cottbus, Baku, Antalya, Kairo und Osijek. Wer am Ende der Serie zu den besten acht an einem Gerät gehört, kann sich damit für die Weltmeisterschaft qualifizieren – bis zu 32 Plätze bei den Frauen. Nach demselben Muster werden im Frühjahr 2028 acht Einzelstartplätze für die Olympischen Spiele vergeben.
- Challenge-Cup-Serie: die zweite Reihe, 2026 in Warna, Taschkent, Koper, Szombathely und zum Abschluss in Paris. Hier gibt es Seriensiege am einzelnen Gerät, Ranglistenpunkte und Preisgeld. Startplätze werden nicht vergeben.
In Szombathely war also kein Startplatz zu gewinnen, weder für Rotterdam noch für Los Angeles. Wer hier turnte, sammelte Wettkampfpraxis und Ranglistenpunkte – und testete vier Wochen vor der Weltmeisterschaft eine neue Übung unter Wettkampfbedingungen.
Warum keine Deutsche startete
In der nominativen Meldeliste vom 19. August stand keine deutsche Turnerin. Für den Deutschen Turner-Bund liegt der September zwischen zwei anderen Terminen: der Bundesliga, die am 26. September in Ketsch ihren dritten Wettkampftag turnt, und der Weltmeisterschaft ab dem 17. Oktober in Rotterdam.
Aus dem deutschsprachigen Raum war trotzdem jemand gemeldet. Österreich nannte mit Collien Moerz, Katharina Gschiel und Selina Kickinger drei Turnerinnen.
Wer in Szombathely gemeldet war
52 Turnerinnen aus 19 Ländern waren gemeldet. Dreh am Rad, um die Meldungen eines Landes zu sehen.
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Die Angaben nennen die gemeldeten Geräte, nicht die tatsächlichen Starts. Hors Concours bedeutet: außer Konkurrenz, ohne Anspruch auf einen Finalplatz. Nachgemeldet heißt: nach der Meldeliste des Weltverbands vom 19. August benannt, Geräte dort noch nicht ausgewiesen.
Als Nächstes: Paris
Am 26. und 27. September schließt der letzte Challenge Cup der Saison die Serie in der Accor Arena ab – dort, wo 2024 die olympischen Gerätefinals geturnt wurden.
Halle, Ergebnisse, Anreise
Die Halle
Aréna Savaria
Szombathely, Ungarn
Seit Jahren fester Austragungsort des ungarischen Challenge Cups.
Offizielle Ergebnisse
Die vollständigen Ergebnisprotokolle mit allen Einzelwerten veröffentlicht der Weltverband auf seiner Eventseite.
Anreise
Szombathely liegt rund 120 Kilometer südlich von Wien, direkt hinter der österreichischen Grenze.
Mit dem Zug ab Wien Hauptbahnhof gut zwei Stunden, mit dem Auto knapp anderthalb.